Quelllüftung bezeichnet ein Lüftungsverfahren, bei dem die frische Zuluft mit sehr geringer Geschwindigkeit bodennah in den Raum eingebracht wird und aufgrund thermischer Auftriebskräfte nach oben steigt. Für Planer und Bauherren relevant, da diese Technik hohen Komfort bei geringem Energieverbrauch bietet.
Funktionsprinzip
Zuluft strömt mit geringer Geschwindigkeit von 0,2-0,5 m/s bodennah ein, leicht untertemperiert um 1-3 Grad. Thermischer Auftrieb durch Wärmequellen wie Personen und Geräte treibt die Luft nach oben. Verbrauchte Luft sammelt sich unter der Decke und wird dort abgesaugt. Natürliche Schichtung durch Temperaturgefälle.
Einsatzbereiche
Bürogebäude mit hoher Raumhöhe und Personendichte. Industriehallen mit Wärmequellen und Schadstoffemissionen. Konferenzräume und Theater für hohen Komfort. Reinräume in Pharma und Elektronik. Krankenhäuser für hygienisch einwandfreie Luftführung.
Vorteile
Hoher thermischer Komfort durch zugfreie Luftführung. Geringe Luftgeschwindigkeiten im Aufenthaltsbereich. Effiziente Schadstoffabfuhr direkt zur Decke. Niedrigerer Energieverbrauch als Mischlüftung. Gute Luftqualität im Atembereich durch frische Zuluft von unten.
Nachteile und Anforderungen
Hoher Flächenbedarf für Quellluftauslässe am Boden. Mindest-Raumhöhe von circa 2,6 m erforderlich. Empfindlich gegen Kaltluftströme von Fenstern. Höhere Investitionskosten als konventionelle Systeme. Regelmäßige Reinigung der bodennahen Auslässe nötig.
Planung und Auslegung
Auslegung nach Wärmelast und Luftwechselrate. Positionierung der Auslässe entlang der Wände oder als Bodenkonvektoren. Absaugung unter der Decke. Kühldecken als Ergänzung bei hohen Kühllasten. Regelung nach Temperatur und CO2-Gehalt im Aufenthaltsbereich.
Siehe auch: Lüftungsanlage , Klimaanlage , Raumluftqualität