Zwischenkredit (auch Überbrückungskredit) ist ein kurzfristiges Darlehen, das die Zeit bis zur langfristigen Finanzierung oder einer erwarteten Geldzahlung überbrückt. Ermöglicht schnelles Handeln bei Kaufgelegenheiten, finanziert Bausparverträge vor oder überbrückt Verkaufserlöse.
Typische Anwendungsfälle
Bausparvorfinanzierung: Überbrückung bis Zuteilung in 2-5 Jahren, Sparraten laufen parallel. Hausverkauf läuft: Neue Immobilie vor Verkauf der alten kaufen, Laufzeit 6-24 Monate. Ablösung aus Verkaufserlös. Risiko: Verzögerung oder niedrigerer Preis als erwartet.
Konditionen und Kosten
Zinssatz: 1-3% über normalen Baufinanzierungszinsen (Risikozuschlag). Variable Verzinsung häufiger als Festzins. Tilgung: Endfällig am Ende der Laufzeit. Laufzeit: 6-36 Monate. Sicherheiten: Grundschuld, Abtretung Bausparvertrag/Verkaufserlös.
Risiken
Doppelbelastung: Zwischenkreditzinsen plus laufende Kosten (500-1500 Euro monatlich). Verzögerung: Bausparvertrag später zugeteilt, Hausverkauf scheitert. Zinsänderungsrisiko: Bei variabler Verzinsung können Marktzinsen steigen.
Alternativen
Sofortfinanzierung: Bankdarlehen mit Bauspardarlehen kombiniert, klare Struktur. Normalkredit: Lange Zinsbindung, Sondertilgungsrecht, meist günstiger. Erst verkaufen dann kaufen: Sicherer, keine Doppelbelastung, aber Traumobjekt könnte weg sein.
Vertragsgestaltung
Laufzeit kurz halten, realistischen Zeitplan mit 6 Monaten Puffer. Sondertilgungsrecht verankern. Keine Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Ablösung vereinbaren. Zweckbindung der Ablösungssumme zur Sicherheit.
Siehe auch: Bausparvertrag , Vorfinanzierung , Anschlussfinanzierung