Bauland bezeichnet Grundstücke die nach dem Baurecht für eine Bebauung vorgesehen sind und alle rechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung von Gebäuden erfüllen. Unterscheidung zwischen baureifen Grundstücken mit sofortiger Bebaubarkeit und Rohbauland mit noch ausstehender Erschließung, Bebauungsplan regelt Art und Maß der baulichen Nutzung mit GRZ und GFZ, Baulandpreise regional extrem unterschiedlich von 50 bis 2000 Euro pro Quadratmeter, Baulandknappheit in Ballungsräumen als Hauptpreistreiber für Immobilien sowie kommunale Baulandpolitik beeinflusst Verfügbarkeit maßgeblich.
Baulandkategorien
Baureifes Land als sofort bebaubare Grundstücke mit vollständiger Erschließung und rechtskräftigem Bebauungsplan oder Lage im Innenbereich, Baugenehmigung kann sofort beantragt werden höchste Preiskategorie, Rohbauland ist im Bebauungsplan ausgewiesen aber Erschließungsmaßnahmen noch ausstehend mit niedrigerem Preis aber zusätzlichen Erschließungskosten. Bauerwartungsland wird im Flächennutzungsplan für Bebauung vorgesehen aber Bebauungsplan noch nicht rechtskräftig, Preis erheblich niedriger aber Spekulation auf Baurecht mit Risiko wenn dieses nicht kommt, Ackerland im Außenbereich grundsätzlich nicht bebaubar nur für privilegierte Vorhaben wie Landwirtschaft sowie Spekulation auf Umwidmung hochriskant.
Erschließung und Infrastruktur
Verkehrserschließung erfordert Anbindung an öffentliche Straße mit ausreichender Breite für Baustellenverkehr und Feuerwehrzufahrt, bei Hinterliegergrundstücken rechtlich abgesicherte Wegerechte durch Grunddienstbarkeit erforderlich, technische Erschließung umfasst Anschlüsse für Wasser Strom Gas und Telekommunikation. Entwässerung mit Kanalanschluss für Schmutz- und Regenwasser oder Kleinkläranlage bei fehlender öffentlicher Kanalisation, Erschließungskosten je nach Ausbaustand 10000 bis 50000 Euro zusätzlich zum Grundstückspreis, Erschließungsbeiträge und Kanalanschlussgebühren erhebt die Kommune sowie Erschließungszustand unbedingt vor Kauf bei Gemeinde klären.
Grundstückskauf und Prüfung
Bebauungsplan beim Bauamt einsehen für zulässige Art und Maß der Bebauung, Baulastenverzeichnis abfragen da öffentlich-rechtliche Lasten nicht im Grundbuch stehen, Grundbuchauszug auf Belastungen wie Grundschulden Dienstbarkeiten und Wegerechte prüfen, Altlastenkataster beim Umweltamt anfragen bei gewerblicher Vornutzung unbedingt Bodengutachten beauftragen. Kaufvertrag erfordert notarielle Beurkundung mit Auflassungsvormerkung als Sicherung des Käufers bis zur Eigentumsumschreibung, Kaufnebenkosten von insgesamt 10 bis 15 Prozent für Grunderwerbsteuer Notar Grundbuch und eventuell Makler einkalkulieren sowie Finanzierung mit höherem Eigenkapital als bei bebauten Grundstücken erforderlich.
Risiken und Empfehlungen
Bauerwartungsland mit Risiko dass Baurecht nicht kommt politische Mehrheiten können sich ändern Bürgerbeteiligung kann Pläne kippen, Altlasten aus Vornutzung können Sanierungskosten verursachen die Grundstückswert übersteigen, Baugrundprobleme bei Hanglage hohem Grundwasser oder schlechter Tragfähigkeit erfordern teure Gründungsmaßnahmen. Rechtliche Risiken durch übersehene Belastungen im Grundbuch oder Baulastenverzeichnis sowie Denkmalschutz Naturschutz oder Vorkaufsrechte, Bodenrichtwert als Orientierung für Preisverhandlung wobei individuelle Faktoren berücksichtigt werden müssen, gründliche Prüfung vor Kauf durch Fachleute spart spätere Überraschungen und böse Kosten sowie emotionale Distanz bewahren keine Überzahlung im knappen Markt.
Siehe auch: Grundstück , Bebauungsplan , Erschließungskosten