Das Heizsystem umfasst alle technischen Anlagen für Erzeugung Verteilung und Abgabe von Wärme an die Räume. Wärmeerzeuger als Herzstück mit Heizkesseln für Gas Öl oder Biomasse, Wärmepumpen zur Nutzung von Umweltwärme aus Luft Wasser oder Erdreich, Fernwärmeanschluss, Solarthermie als Ergänzung, Wärmeverteilung durch Rohrleitungsnetz mit Umwälzpumpen, Wärmeübergabe durch Heizkörper oder Fußbodenheizung, Regelungstechnik zur bedarfsgerechten Steuerung sowie Auswahl beeinflusst Investitions- und Betriebskosten erheblich.
Wärmeerzeuger im Vergleich
Gas-Brennwertkessel als häufigste Technologie mit Wirkungsgraden über 90 Prozent, kompakte Bauweise und niedrige Investitionskosten, steigende Gaspreise und CO2-Abgaben erhöhen Betriebskosten. Wärmepumpen als zukunftsfähige Alternative, Luft-Wasser-Wärmepumpen mit einfacher Installation, Sole-Wasser mit Erdwärme über Sonden, Jahresarbeitszahl sollte über drei liegen, ideal mit Flächenheizungen kombinierbar. Pelletheizungen als CO2-neutrale Alternative, Fernwärme nutzt Abwärme aus Kraftwerken sowie Verbot von reinen Gasheizungen in Neubauten ab 2024.
Wärmeverteilung
Rohrleitungsnetz als Transportsystem für Heizungswasser, Zweirohrheizung mit Vorlauf und Rücklauf als Standard, Dämmung der Rohre zur Vermeidung von Wärmeverlusten wichtig, Hocheffizienzpumpen mit elektronischer Regelung als Standard. Hydraulischer Abgleich für gleichmäßige Wärmeverteilung in allen Räumen, Einstellung der Durchflussmengen an Heizkörpern nach Raumwärmebedarf, Energieeinsparung von 10 bis 15 Prozent möglich sowie Fördervoraussetzung bei Heizungsmodernisierung.
Wärmeübergabe
Heizkörper als konventionelle Form mit Konvektion und Strahlung, Flachheizkörper platzsparend, Röhrenheizkörper für Badezimmer, Positionierung unter Fenstern zur Kompensation von Kaltluftabfall. Fußbodenheizung mit niedrigen Vorlauftemperaturen ideal für Wärmepumpen, gleichmäßige Wärmeverteilung durch große Übertragungsfläche, angenehmes Raumklima durch hohen Strahlungsanteil, Nachrüstung im Altbau durch dünnschichtige Systeme möglich sowie Komfortgewinn und Effizienzvorteile sprechen für Flächenheizungen.
Regelung und Smart-Home
Außentemperaturgeführte Regelung passt Vorlauftemperatur an Witterung an, Heizkurve definiert Zusammenhang zwischen Außen- und Vorlauftemperatur, Thermostatventile ermöglichen raumweise Temperaturregelung. Smart-Home-Integration mit WLAN-fähigen Thermostaten, Fernzugriff per Smartphone-App, Anwesenheitserkennung passt Heizung automatisch an, Fensterkontakte unterbrechen Heizung bei geöffneten Fenstern, lernfähige Systeme optimieren Heizverhalten sowie Digitalisierung erschließt zusätzliche Effizienzpotentiale.
Förderung und Modernisierung
Gebäudeenergiegesetz als rechtlicher Rahmen mit 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht für neue Heizungen ab 2024, Austauschpflicht für Ölheizungen älter als 30 Jahre. Bundesförderung BEG mit Zuschüssen für Heizungstausch, Basisförderung 30 Prozent für Wärmepumpen und Biomasseheizungen, Klimageschwindigkeitsbonus für vorzeitigen Austausch, maximale Fördersätze bis 70 Prozent möglich, Antragstellung vor Maßnahmenbeginn erforderlich sowie attraktive Förderung macht Heizungstausch wirtschaftlich interessant.
Siehe auch: Heizkosten , Heizkostenverordnung , Energieausweis