Jahresrohertrag bezeichnet die Summe aller Einnahmen aus einer Immobilie während eines Kalenderjahres, bevor Kosten und Aufwendungen abgezogen werden. Dazu zählen hauptsächlich die Mieteinnahmen aus der Vermietung von Wohn- oder Gewerbeflächen sowie weitere Erträge wie Stellplatzmieten, Garageneinnahmen oder Vergütungen für Werbeflächen. Der Jahresrohertrag bildet die Grundlage für die Berechnung der Wirtschaftlichkeit einer Immobilieninvestition.
Berechnung des Jahresrohertrags
Der Jahresrohertrag ergibt sich aus der Multiplikation der monatlichen Kaltmiete mit zwölf Monaten zuzüglich aller weiteren regelmäßigen Einnahmen. Bei vermieteten Immobilien entspricht er der Jahres-Sollmiete, also dem theoretisch erzielbaren Mietzins bei vollständiger Vermietung. Mietausfälle durch Leerstände oder Zahlungsausfälle werden beim Rohertrag nicht berücksichtigt, sondern erst beim Reinertrag abgezogen.
Bedeutung für die Immobilienbewertung
Der Jahresrohertrag dient als zentrale Kennzahl im Ertragswertverfahren zur Ermittlung des Verkehrswerts von Renditeimmobilien. Aus dem Verhältnis von Kaufpreis zum Jahresrohertrag lässt sich der Vervielfältiger ermitteln, der Aufschluss über die Amortisationszeit der Investition gibt. Ein hoher Jahresrohertrag im Verhältnis zum Kaufpreis deutet auf eine attraktive Rendite hin.
Unterschied zum Reinertrag
Während der Jahresrohertrag alle Einnahmen ohne Abzüge darstellt, berücksichtigt der Jahresreinertrag die tatsächlichen Bewirtschaftungskosten wie Instandhaltung, Verwaltung, Versicherungen und Grundsteuer. Der Reinertrag zeigt damit den tatsächlich verfügbaren Überschuss und ist für die Beurteilung der Rentabilität aussagekräftiger als der Rohertrag. Beide Kennzahlen ergänzen sich bei der umfassenden Wirtschaftlichkeitsanalyse.
Siehe auch: Ertragswertverfahren , Rendite , Mieteinnahmen