Liquiditätsreserve bezeichnet verfügbare Finanzmittel zur Deckung unerwarteter Kosten bei Immobilienbesitz. Für Eigentümer wichtig als Puffer für Instandhaltung und Reparaturen, Mietausfall bei Leerstand, Sonderumlagen der WEG, Zinserhöhungen bei Anschlussfinanzierung. Empfohlen werden 3 bis 6 Monatsmieten oder 1 bis 2 Prozent des Immobilienwerts jährlich zurückgelegt.
Zweck der Reserve
Unvorhergesehene Reparaturen wie Heizungsausfall, Wasserschaden, Dachschaden können mehrere tausend Euro kosten, müssen schnell bezahlt werden. Mietausfall bei Kündigung oder Zahlungsverzug, Leerstand 2 bis 6 Monate bis Neuvermietung. Sonderumlagen der WEG für größere Sanierungen wie Fassade oder Aufzug, oft fünfstellige Beträge kurzfristig fällig. Ohne Reserve droht Verschuldung oder Notverkauf.
Höhe der Reserve
Faustformel 3 bis 6 Nettokaltmieten als Sofortreserve für laufende Kosten, für selbstgenutzte Immobilie entsprechend monatliche Belastung. Zusätzlich Instandhaltungsrücklage 1 bis 2 Prozent des Gebäudewertes jährlich ansparen. Bei Altbau höhere Reserve wegen größerem Reparaturrisiko, bei Neubau zunächst geringerer Bedarf. WEG-Rücklage ergänzt aber ersetzt nicht private Reserve da Sonderumlagen möglich.
Aufbau der Reserve
Monatliche Sparrate aus Mieteinnahmen oder Einkommen festlegen, automatischer Dauerauftrag auf separates Konto, nicht für Konsumausgaben verwenden. Bei Neuerwerb Reserve vor oder mit Kauf aufbauen, Kaufnebenkosten und erste Rücklagen einplanen. Reserve wächst mit Tilgung da Rate gleich bleibt aber Zinsanteil sinkt, Tilgungsersparnis in Reserve umleiten.
Anlage der Reserve
Liquidität hat Vorrang vor Rendite, Tagesgeldkonto für sofortige Verfügbarkeit, Festgeld nur für Teil der Reserve mit kurzer Laufzeit. Keine Anlage in Aktien oder Fonds wegen Schwankungsrisiko, kein Zugriff bei Kursverlusten. Separates Konto von Girokonto empfohlen, verhindert versehentliches Ausgeben, bessere Übersicht über tatsächliche Reserve.
Reserve bei Kapitalanlage
Vermietete Immobilie braucht höhere Reserve als selbstgenutzte, Mietausfall trifft Liquidität direkt, Mietnomaden und Räumungskosten einkalkulieren. Mehrere Objekte streuen Risiko aber erhöhen absoluten Reservebedarf, Diversifikation schützt vor Totalausfall aber nicht vor gleichzeitigem Leerstand. Renditeberechnung muss Reservebildung berücksichtigen, nicht alle Mieteinnahmen sind frei verfügbar.
Abgrenzung zur Instandhaltungsrücklage
WEG-Instandhaltungsrücklage ist gemeinschaftliches Vermögen der Eigentümergemeinschaft, deckt nur Gemeinschaftseigentum, kein Zugriff für private Sondereigentum-Reparaturen. Private Reserve für Sondereigentum wie Heizung in Wohnung, Küche, Bodenbeläge. Sonderumlage kommt zusätzlich zu Rücklage wenn diese nicht reicht, daher private Reserve trotz WEG-Rücklage nötig.
Siehe auch: Instandhaltungsrücklage , Hausgeld , Finanzierung