Ausbauhaus bezeichnet ein Eigenheim bei dem der Bauherr bestimmte Ausbauleistungen in Eigenleistung oder durch selbst beauftragte Handwerker übernimmt statt diese vom Haushersteller schlüsselfertig ausführen zu lassen. Fertighausanbieter liefern das Haus in definiertem Ausbaugrad von der rohen Gebäudehülle bis zum fast bezugsfertigen Zustand, Kosteneinsparung von 20 bis 40 Prozent gegenüber schlüsselfertig möglich durch eingesparte Lohnkosten und Gewinnmargen, attraktive Option für handwerklich geschickte Bauherren oder solche mit günstigen Handwerkerkontakten sowie Möglichkeit Eigenleistung als Eigenkapitalersatz in die Finanzierung einzubringen.
Ausbaustufen und Leistungsumfang
Bausatzhaus als niedrigste Stufe bei der Hersteller nur Materialien und Bauelemente liefert während Bauherr die komplette Montage einschließlich Rohbau übernimmt erfordert erhebliche handwerkliche Fähigkeiten und Erfahrung, Rohbauhaus mit fertiggestellter Gebäudehülle einschließlich Dach Fenster und Außentüren aber ohne jeglichen Innenausbau, klassisches Ausbauhaus mit Rohbau Dach Fenster teils Estrich und Innenputz fertig wobei Bauherr Maler- Fliesen- und Bodenarbeiten übernimmt. Technikhaus als gehobene Ausbaustufe bei der alle technischen Gewerke wie Heizung Elektrik und Sanitär bereits fertig installiert sind und Bauherr nur noch Oberflächenarbeiten wie Malen Tapezieren und Bodenbeläge ausführt, Ausbaustufen sind je nach Anbieter unterschiedlich definiert daher exakten Leistungsumfang im Vertrag detailliert festlegen sowie Schnittstellen zwischen Herstellerleistung und Eigenleistung eindeutig dokumentieren.
Kostenersparnis und Finanzierung
Ersparnis resultiert aus eingesparten Lohnkosten Sozialabgaben und Gewinnmargen der Fachfirmen bei Eigenleistung, Beispielrechnung für Rohbauhaus mit 200000 Euro Herstellerpreis und Ausbaukosten durch Firmen von weiteren 120000 Euro ergibt bei 50 Prozent Eigenleistung eine Ersparnis von 40000 bis 50000 Euro je nach Gewerken und eigener Effizienz. Banken erkennen Eigenleistung als Eigenkapitalersatz an typischerweise bis zu 15 Prozent der Bausumme oder maximal 30000 Euro, verbessert die Finanzierungskonditionen durch höhere rechnerische Eigenkapitalquote, Eigenleistungsstunden müssen realistisch kalkuliert werden mit Stundensätzen von 10 bis 15 Euro für einfache Arbeiten sowie Bank verlangt oft detaillierte Aufstellung der geplanten Eigenleistungen mit Stundenansatz.
Risiken und Fallstricke
Unterschätzte Arbeitszeit führt zu monatelanger Baustelle die Einzug verzögert Bereitstellungszinsen verursacht und doppelte Wohnkosten durch weiterlaufende Miete bedeutet, Mängel durch unsachgemäße Ausführung verursachen Folgekosten für Nachbesserung und können zu Bauschäden mit teuren Sanierungen führen, für Eigenleistungen besteht keine Gewährleistung durch Hersteller daher Fehler gehen vollständig zu Lasten des Bauherrn. Zeitliche Belastung wird oft massiv unterschätzt da Arbeit nach Feierabend und an Wochenenden erfolgt ohne Urlaub und Freizeit über Monate, Fehler bei Elektrik und Sanitär können gefährlich sein bei Stromschlag oder Wasserschaden oder sehr teuer werden wenn Versicherung bei unsachgemäßer Installation nicht zahlt sowie Koordination zwischen Herstellergewerken und Eigenleistung erfordert sorgfältige Planung.
Empfehlungen für Bauherren
Gut geeignet für Eigenleistung sind Malen Tapezieren Bodenbeläge verlegen Fliesen im einfachen Verband Trockenbau Innentüren einbauen und Außenanlagen gestalten da hier Fehler tolerierbar und korrigierbar sind, nicht empfohlen für Eigenleistung sind Elektroinstallation Sanitär Heizungsanlage und tragende Konstruktionen die Fachleute mit Zulassung erfordern und bei Fehlern Sicherheitsrisiken oder Folgeschäden verursachen. Realistische Zeitplanung bedenken dass Eigenleistungsstunde bei Laien etwa doppelt so lange dauert wie bei Fachfirmen, Helfer aus Familie und Freundeskreis frühzeitig organisieren und Termintreue sicherstellen, Bauherrenhaftpflichtversicherung und Bauhelferversicherung für alle Eigenleistungshelfer unbedingt abschließen da Unfälle auf der Baustelle sonst den Bauherrn persönlich treffen sowie detaillierten Bauzeitenplan erstellen mit Pufferzeiten für Verzögerungen.
Siehe auch: Fertighaus , Eigenleistung , Baufinanzierung