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Immobilien-ABC

Nominalzins

Vertraglich vereinbarter Zinssatz ohne Berücksichtigung von Nebenkosten und Gebühren

Nominalzins bezeichnet den im Darlehensvertrag festgelegten Zinssatz für die Verzinsung der Darlehenssumme ohne Einbeziehung von Nebenkosten. Vom Effektivzins zu unterscheiden, der alle Kosten berücksichtigt, dient als Berechnungsgrundlage für Zinsraten, wird bei Immobilienfinanzierung für die Zinsbindungsfrist festgelegt.

Abgrenzung zum Effektivzins

Nominalzins ist reiner Sollzinssatz ohne Nebenkosten, Effektivzins enthält alle Kosten gemäß Preisangabenverordnung. Effektivzins höher als Nominalzins durch Bearbeitungsgebühren, Disagio, Tilgungsverrechnung, Zinsberechnungsmethode. Vergleich von Angeboten nur über Effektivzins sinnvoll, Nominalzins nicht ausreichend für Kostenvergleich. Differenz zwischen beiden Zinssätzen je nach Kostenstruktur unterschiedlich hoch.

Bedeutung in der Baufinanzierung

Nominalzins wird für Zinsbindungsfrist festgelegt, üblich 5, 10, 15 oder 20 Jahre. Zinshöhe abhängig von Kapitalmarktentwicklung, Beleihungsauslauf, Bonität und Zinsbindungsdauer. Längere Zinsbindung meist höherer Nominalzins, aber Planungssicherheit. Bei variablen Darlehen Nominalzins an Referenzzins gekoppelt, etwa EURIBOR plus Marge.

Berechnung der Zinskosten

Zinsberechnung auf Restschuld, bei Annuitätendarlehen sinkend über Laufzeit. Jährliche Zinslast ist Restschuld multipliziert mit Nominalzins, monatlich ein Zwölftel davon. Beispiel bei 200.000 Euro Restschuld und 3 Prozent Nominalzins: 6.000 Euro jährliche Zinsen, 500 Euro monatlich. Tilgungsverrechnung beeinflusst tatsächliche Zinsbelastung, monatliche günstiger als jährliche.

Einflussfaktoren auf die Zinshöhe

Kapitalmarktentwicklung und EZB-Leitzinsen als Hauptfaktoren, Pfandbriefrenditen als Referenz für Baufinanzierungszinsen. Beleihungsauslauf bedeutet höherer Beleihungswertanteil führt zu höherem Zinssatz, unter 60 Prozent oft günstigere Konditionen. Bonität des Darlehensnehmers beeinflusst Risikoaufschlag, Schufa-Score, Einkommenssituation, Beschäftigungsverhältnis relevant.

Praktische Bedeutung

Tilgungssatz in Kombination mit Nominalzins ergibt Annuität und Restschuld am Ende der Zinsbindung. Restschuldberechnung wichtig für Anschlussfinanzierung, Forward-Darlehen zur Zinssicherung. Sondertilgungsrecht mindert Restschuld schneller, wirkt sich auf Zinskosten über Gesamtlaufzeit aus. Bereitstellungszinsen bei verzögerter Auszahlung zusätzlich zum Nominalzins.

Tipps zur Zinsoptimierung

Mehrere Angebote vergleichen, immer Effektivzins als Vergleichsmaßstab. Eigenkapital erhöht und Beleihungsauslauf senken für bessere Konditionen, 20 Prozent Eigenkapital oft als Schwelle. Zinsbindung an Zinserwartung und Sicherheitsbedürfnis anpassen, hohe Zinsen eher kurz binden. Sondertilgungsrechte vereinbaren, kostenlose Optionen nutzen, teure vermeiden.

Siehe auch: Effektivzins , Zinsbindung , Annuität

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