Teilvalutierung bezeichnet die abschnittsweise Auszahlung eines Immobiliendarlehens in mehreren Teilbeträgen nach Baufortschritt oder Zahlungsplan eines Bauträgervertrags. Reduziert Zinsbelastung während der Bauphase, da nur ausgezahlte Beträge verzinst werden. Standard bei Neubaufinanzierung.
Typischer Zahlungsplan nach MaBV
30% nach Beginn Erdarbeiten (Baugrube, Grundstück). 28% für Rohbaufertigstellung inkl. Zimmererarbeiten. 25,9% für Ausbau (Sanitär, Heizung, Elektro, Fenster, Putz, Estrich). 8,4% bei Bezugsfertigkeit. 3,5% Schlussrate nach vollständiger Fertigstellung. Bank prüft Baufortschritt vor jeder Auszahlung.
Vorteile
Zinsersparnis: nur auf ausgezahlten Betrag werden Zinsen fällig. Kontrolle: Bank prüft Baufortschritt vor Freigabe. Risikominimierung: bei Bauträgerinsolvenz weniger Geld gefährdet. Liquiditätsmanagement: Anpassung an tatsächlichen Kapitalbedarf.
Bereitstellungszinsen
Für nicht abgerufene Darlehensbeträge fallen Bereitstellungszinsen an, typisch 0,25% monatlich (3% p.a.). Bereitstellungszinsfreie Zeit verhandeln: typisch 3-12 Monate. Bauzeit realistisch planen, um Bereitstellungszinsen zu minimieren.
Praktische Durchführung
Abruf bei Bank mit Nachweis des Baufortschritts: Bautenstandsbericht, Fotos, Architektenbestätigung. Bank zahlt direkt an Verkäufer/Bauträger oder Handwerker. Erforderliche Nachweise: Rechnungen, Protokolle, Abnahmen.
Risiken
Bauverzögerungen erhöhen Bereitstellungszinsen. Bei Bauträgerinsolvenz bereits gezahlte Beträge gefährdet. Zahlung trotz Mängeln problematisch - Einbehalt schwierig. Kostensteigerungen erfordern ggf. Nachfinanzierung. Puffer einplanen und Baufortschritt dokumentieren.
Siehe auch: Bauträgervertrag , MaBV , Bereitstellungszinsen