Realkredit bezeichnet ein langfristiges Darlehen, das durch Eintragung eines Grundpfandrechts (Grundschuld oder Hypothek) auf einer Immobilie abgesichert ist. Die dingliche Sicherheit ermöglicht günstigere Zinsen als unbesicherte Kredite und ist die Standardform der Immobilienfinanzierung.
Charakteristische Merkmale
Dingliche Sicherheit: Grundschuld oder Hypothek in Abteilung III des Grundbuchs, Zwangsvollstreckungsrecht bei Zahlungsausfall. Laufzeit: Typisch 15-35 Jahre. Zinsbindung: 5, 10, 15, 20 Jahre oder länger.
Beleihungsgrenzen
Beleihungswert: Konservative Immobilienbewertung unter Verkehrswert. Beleihungsgrenze: Maximum 60-80 Prozent des Beleihungswerts für günstige Konditionen. Darüber: Höhere Zinsen als Risikoaufschlag.
Zinsgestaltung nach Beleihungsauslauf
Bis 60 Prozent: Basiskonditionen. 60-80 Prozent: Plus 0,2 Prozent. 80-90 Prozent: Plus 0,5 Prozent. 90-100 Prozent: Plus 1 Prozent oder mehr.
Varianten
Nach Tilgung: Annuitätendarlehen (Standard), Tilgungsdarlehen, endfälliges Darlehen. Nach Zins: Festzinsdarlehen, variables Darlehen, Cap-Darlehen mit Zinsobergrenze.
Vorteile und Risiken
Vorteile: Niedrige Zinsen, lange Zinsbindung, hohe Summen finanzierbar, Steuervorteile bei Vermietung. Risiken für Darlehensnehmer: Verlust der Immobilie bei Zahlungsunfähigkeit, Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Ablösung.
Siehe auch: Grundschuld , Hypothek , Baufinanzierung