Regenwassernutzung bezeichnet die systematische Sammlung, Speicherung und Verwendung von Regenwasser für verschiedene Zwecke im und am Gebäude. Sie dient der Trinkwassereinsparung, Reduzierung von Abwassergebühren und nachhaltigem Umgang mit der Ressource Wasser.
Nutzungsmöglichkeiten
Erlaubt: Gartenbewässerung, Toilettenspülung, Waschmaschine mit Aufbereitung, Gebäudereinigung, Teichbefüllung. Nicht erlaubt: Trinkwasser, Körperpflege, Lebensmittelzubereitung, Geschirrspülen.
Systemkomponenten
Grundaufbau: Sammelfläche (Dach), Filter (Grob- und Feinfilter), Speicher (Erdtank oder Zisterne), Pumpe, Steuerung mit automatischer Nachspeisung, getrenntes Leitungsnetz. Kennzeichnung erforderlich.
Dimensionierung
Richtwert: 50-80 Liter pro Quadratmeter Dachfläche. Beispiel Einfamilienhaus 4 Personen: 100 Quadratmeter Dach, 5.000-7.000 Liter Speicher für WC und Garten. Einsparung: Bis 50 Prozent des Trinkwasserverbrauchs.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Komplettanlage: 4.800-7.500 Euro. Jährliche Ersparnis bei 4,50-9 Euro pro Kubikmeter circa 180-360 Euro. Amortisation: 15-25 Jahre. Einfache Gartenlösung: 100-400 Euro, Amortisation 2-5 Jahre.
Rechtliche Anforderungen
DIN 1989: Getrennte Leitungsnetze, Kennzeichnung, Systemtrennung bei Nachspeisung. Meldepflicht: Anzeige beim Gesundheitsamt und Wasserversorger. Zisterne meist genehmigungsfrei, Überlauf und Versickerung abstimmen.
Siehe auch: Nachhaltigkeit , Grauwassernutzung , Versickerung