Umbauter Raum bezeichnet das gesamte Volumen eines Gebäudes, das von den äußeren Begrenzungsflächen umschlossen wird. Berechnet nach DIN 277 als Brutto-Rauminhalt (BRI) in Kubikmetern, dient er als Grundlage für Baukostenermittlung, HOAI-Gebühren und Vergleichskennzahlen.
Berechnung
Länge × Breite × Höhe für einzelne Gebäudeteile, Summe ergibt Gesamtvolumen. Maßgeblich sind Außenmaße (inkl. Putz, Dämmung). Gliederung: Unterirdisch (Keller), oberirdisch (Geschosse), Dach. Balkone anteilig, Erker voll eingerechnet, Dachüberstände teils.
Verwendungszwecke
Baukostenermittlung: Euro pro m³ als Kostenschätzung nach DIN 276. HOAI-Honorare: Anrechenbare Kosten ermitteln. Vergleichskennzahlen: Wirtschaftlichkeit beurteilen, Benchmarking. Energiebedarfsberechnung: A/V-Verhältnis (Außenfläche zu Volumen) für Kompaktheitsbewertung.
Kostenkennwerte
Abhängig von Gebäudeart und Ausstattung: Einfamilienhaus 300-500€/m³, Mehrfamilienhaus 250-400€/m³. Einflussfaktoren: Gebäudetyp, Konstruktionsart, Haustechnik, Energiestandard. Nur als grobe Schätzung, große Streuung möglich.
A/V-Verhältnis
Verhältnis Außenfläche zu Volumen als Kompaktheitskennzahl. Je kleiner, desto kompakter und energetisch günstiger. Würfelform optimal, mehrgeschossig besser als eingeschossig. Erker und Vorsprünge ungünstig. Relevant für GEG-Berechnung und Energieeffizienz.
Grenzen und Alternativen
Ungenauigkeit: Nur grobe Schätzung, nicht für Endkostenermittlung geeignet. Moderne Alternative: Brutto-Grundfläche (BGF) häufiger genutzt, Euro/m² gebräuchlicher. Umbauter Raum ergänzend, aber durch differenziertere Methoden zunehmend abgelöst.
Siehe auch: Brutto-Grundfläche , Nutzfläche , DIN 277