Zum Inhalt springen
Halle (Saale) · Merseburg · Saalekreis · Leipzig
Immobilien-ABC

Wärmebedarf

Energiemenge die zum Heizen eines Gebäudes auf gewünschte Temperatur erforderlich ist

Wärmebedarf bezeichnet die Energiemenge in Kilowattstunden die ein Gebäude während der Heizperiode benötigt um die Raumtemperatur auf dem gewünschten Niveau zu halten. Für Bauherren, Eigentümer und Energieberater ist dieser Wert entscheidend, da er die Heizkosten bestimmt, Grundlage für Heizungsauslegung bildet und energetische Qualität des Gebäudes widerspiegelt.

Berechnungsgrundlagen

Jahres Heizwärmebedarf Qh berechnet sich nach Transmissionswärmeverluste durch Außenbauteile Wände, Fenster, Dach, Lüftungswärmeverluste durch Luftaustausch natürlich und mechanisch, minus solare Wärmegewinne durch Fenster Sonneneinstrahlung, minus interne Wärmegewinne durch Personen, Geräte, Beleuchtung. Einheit ist Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr kWh pro m²a, typischer Bereich Neubau 40 bis 70 kWh pro m²a, Altbau unsaniert 150 bis 250 kWh pro m²a sowie Passivhaus unter 15 kWh pro m²a.

Einflussfaktoren

Gebäudehülle mit U Werten der Bauteile je niedriger desto besser, Qualität der Wärmedämmung Dicke und Material, Luftdichtheit Blower Door Test Wert n50, Wärmebrücken Balkone, Rollladenkästen, Fensteranschlüsse sowie Fensterflächen und Orientierung. Lüftung unterscheidet sich durch Luftwechselrate bei natürlicher Lüftung 0,4 bis 0,7 pro Stunde, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung 60 bis 95 Prozent Effizienz sowie Nutzerverhalten Stoßlüften vs Kipplüften.

Normwerte und Anforderungen

EnEV 2016 forderte für Neubau Wohngebäude Jahres Primärenergiebedarf unter Referenzwert, ab November 2020 GEG Gebäudeenergiegesetz löst EnEV ab, KfW Effizienzhaus Standards: KfW 55 maximal 55 Prozent des Referenzgebäudes, KfW 40 maximal 40 Prozent, KfW 40 Plus zusätzlich regenerative Energieerzeugung. Berechnungsmethode erfolgt nach DIN V 18599 für Nichtwohngebäude detailliert, DIN V 4108 6 und DIN V 4701 10 für Wohngebäude vereinfacht sowie monatliches Bilanzverfahren mit Klimadaten.

Heizlast vs Wärmebedarf

Heizlast in Kilowatt ist maximale Wärmeleistung die Heizung liefern können muss, berechnet für Auslegungstemperatur kältester Tag etwa minus 15°C, dient der Dimensionierung der Heizungsanlage sowie typisch 50 bis 80 Watt pro Quadratmeter im Neubau. Wärmebedarf in Kilowattstunden ist Energiemenge über gesamte Heizperiode, berücksichtigt tatsächliches Klima und Nutzung, bestimmt Jahreskosten für Heizenergie sowie ist Grundlage für energetische Bewertung.

Reduzierung

Dämmmaßnahmen wie Fassadendämmung 12 bis 16 cm WDVS reduziert Wärmebedarf um 40 bis 60 Prozent, Dachdämmung 20 bis 24 cm spart 15 bis 25 Prozent, Kellerdeckendämmung 8 bis 10 cm bringt 5 bis 10 Prozent sowie Fenstertausch Dreifachverglasung Ug 0,6 W pro m²K spart 15 bis 20 Prozent. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung 80 bis 90 Prozent Effizienz reduzieren Lüftungswärmeverluste um 70 bis 80 Prozent, zentrale oder dezentrale Systeme möglich sowie Kombination mit Erdwärmetauscher für Vortemperierung.

Siehe auch: Energieausweis , Dämmung , Heizlast

Ihr direkter Draht

Sprechen wir über Ihre Immobilie.

Kostenlose Ersteinschätzung, persönliche Beratung, diskrete Abwicklung, melden Sie sich, wir sind gerne für Sie da.