Warmdach ist eine Dachkonstruktion bei der die Wärmedämmung unmittelbar unter der Dachhaut angeordnet wird ohne Belüftungsebene. Für Bauherren, Architekten und Sanierer ist diese Bauweise relevant, da sie platzsparende Dämmung ermöglicht, bei falscher Ausführung aber Feuchteprobleme verursachen kann.
Konstruktiver Aufbau
Schichtenfolge von innen nach außen: Tragkonstruktion etwa Holz, Beton, Stahl, Dampfbremse verhindert Feuchtigkeitseintritt von innen, Wärmedämmung Mineralwolle, Hartschaum oder Holzfaserplatten, Dachabdichtung Bitumen oder Kunststoffbahnen sowie Oberflächenschutz Kies, Begrünung oder Abdichtungsbahnen. Die Dampfbremse ist entscheidend weil Wasserdampf von innen durch Wärmeunterschiede nach außen diffundieren will, ohne Bremse würde er in der Dämmung kondensieren, Dämmwert sinkt massiv bei Durchfeuchtung sowie Schimmelbildung und Bauschäden drohen.
Anwendungsbereiche
Flachdächer bei Wohn und Gewerbebau am häufigsten, Gründächer mit Warmdachaufbau kombinierbar, Industriehallen und Logistikzentren sowie Garagen und Carports. Vorteile sind maximale Raumhöhe da keine Hinterlüftung benötigt, geringere Aufbauhöhe gegenüber Kaltdach, einfacher konstruktiver Aufbau sowie gute Dämmwirkung bei korrekter Ausführung.
Kritische Faktoren
Dampfbremse muss absolut luftdicht sein Durchdringungen sorgfältig verkleben, Anschlüsse an Wände und Aufbauten fachgerecht herstellen, keine mechanischen Beschädigungen während Bau sowie regelmäßige Kontrolle der Luftdichtheit durch Blower Door Test. Dachabdichtung braucht ausreichende UV Beständigkeit, mechanische Festigkeit gegen Hagel und Begehung, Wurzelfestigkeit bei Gründächern sowie regelmäßige Wartung alle 5 bis 10 Jahre Dichtigkeit prüfen.
Vergleich mit Kaltdach
Warmdach hat geringere Bauhöhe 15 bis 25 cm vs 30 bis 40 cm beim Kaltdach, einfachere Konstruktion keine Hinterlüftungsebene nötig, schnellere Bauzeit weniger Arbeitsschritte sowie geringere Kosten durch weniger Material. Kaltdach bietet höhere Fehlertoleranz Feuchte kann über Belüftung abgeführt werden, bessere Dampfdiffusion natürlicher Feuchtetransport, längere Lebensdauer bei Holzkonstruktionen sowie geringeres Risiko bei Ausführungsfehlern.
Normen und Anforderungen
DIN 4108 Teil 3 regelt Wärmeschutz und Dampfdiffusion, U Wert Anforderung unter 0,20 W pro m²K für Wohngebäude nach EnEV 2016, luftdichte Ebene gemäß DIN 4108 Teil 7 sowie Mindestgefälle 2 Prozent für Wasserableitung. Energetische Sanierung von Bestandsdächern erfordert oft Warmdachaufbau auf altem Dach Aufdachdämmung, Dampfbremse auf alter Dachhaut, neue Abdichtung darüber sowie Prüfung der Tragfähigkeit für zusätzliches Gewicht.
Siehe auch: Kaltdach , Dämmung , Flachdach