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Immobilien-ABC

Anbau

Bauliche Erweiterung eines bestehenden Gebäudes

Anbau bezeichnet eine bauliche Erweiterung eines bestehenden Gebäudes die dauerhaft mit diesem verbunden wird und zusätzliche Nutzfläche schafft. Im Immobilienbereich häufig als Wintergarten Garage Wohnraumerweiterung oder Hauswirtschaftsraum ausgeführt, Bauweise kann massiv in Mauerwerk Beton oder als Leichtbau mit Holzrahmen Fertigelementen erfolgen, eingeschossig oder mehrgeschossig möglich je nach Grundstück und baurechtlichen Vorgaben sowie wichtige Option zur Wertsteigerung und Anpassung an veränderte Wohnbedürfnisse.

Rechtliche Anforderungen

Baugenehmigung in den meisten Fällen erforderlich wobei Genehmigungsfreiheit je nach Bundesland und Größe des Anbaus variiert, Abstandsflächen zum Nachbargrundstück müssen eingehalten werden typisch 3 Meter zur Grundstücksgrenze, bei Grenzbebauung ist die schriftliche Zustimmung des Nachbarn erforderlich als Grenzbaubewilligung, Bebauungsplan regelt über GRZ Grundflächenzahl und GFZ Geschossflächenzahl die maximal zulässige Bebauung des Grundstücks, bestehende Ausnutzung prüfen ob Erweiterung noch zulässig ist. Bei Eigentumswohnungen ist Beschluss der Eigentümergemeinschaft erforderlich da Veränderung am Gemeinschaftseigentum sowie Teilungserklärung muss gegebenenfalls angepasst werden mit notarieller Beurkundung und Grundbucheintragung.

Planung und Umsetzung

Statik des Bestandsgebäudes prüfen ob zusätzliche Lasten aus dem Anbau aufgenommen werden können ohne Fundament oder Wände zu überlasten, Anschluss an Bestandsgebäude fachgerecht ausführen um Wärmebrücken und Feuchtigkeitseintritt zu vermeiden, Erschließung für Wasser Abwasser Strom und Heizung frühzeitig mit Versorgern und Handwerkern planen da Leitungsführung oft aufwendig ist, Dämmung nach aktuell gültigen Energiestandards GEG ausführen mit Wärmedämmverbundsystem oder gleichwertiger Lösung, gestalterische Integration in das Bestandsgebäude harmonisch aber nicht zwingend als identische Kopie des Altbaus möglich auch kontrastierende moderne Architektur kann reizvoll sein sowie Dachform und Materialien abstimmen.

Kosten und Finanzierung

Leichtbauweise Holzrahmen Fertigbau kostet typisch 1200 bis 1800 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche, massive Anbauten in Mauerwerk oder Beton 2000 bis 3500 Euro pro Quadratmeter abhängig von Ausstattung und regionalen Baukosten, zusätzlich Planungskosten Genehmigungsgebühren Erschließung und Außenanlagen einkalkulieren die oft 15 bis 25 Prozent der reinen Baukosten betragen. Architektenhonorar nach HOAI richtet sich nach Bausumme und beauftragten Leistungsphasen typisch 10 bis 15 Prozent, Eigenleistung bei Innenausbau möglich aber nicht bei sicherheitsrelevanten Gewerken wie Elektrik Sanitär und Statik, Finanzierung über Modernisierungskredit oder Bausparvertrag möglich sowie gut geplanter Anbau kann Verkehrswert der Immobilie deutlich steigern.

Häufige Fehler vermeiden

Kostenunterschätzung durch unvorhergesehene Probleme beim Anschluss an den Altbau verdeckte Schäden Sanierungsbedarf und steigende Materialpreise daher Puffer von 15 bis 20 Prozent einplanen, statische Verbindung zwischen Alt und Neubau unterschätzt führt zu Rissen und Undichtigkeiten an der Anschlussstelle daher Fachingenieur einschalten, Feuchtigkeit bei nicht fachgerechtem Anschluss kann zu Schimmelbildung und Bauschäden führen besonders bei erdberührten Bauteilen Abdichtung beachten. Ohne Baugenehmigung bauen kann zu empfindlichem Bußgeld Nutzungsuntersagung oder Rückbauverfügung führen daher stets vorab die rechtliche Zulässigkeit prüfen und im Zweifel Bauvoranfrage stellen sowie Versicherungsschutz während der Bauphase sicherstellen.

Siehe auch: Baugenehmigung , Wintergarten , Modernisierung

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