Fundament bezeichnet den untersten tragenden Teil eines Bauwerks der die Gebäudelasten sicher in den tragfähigen Baugrund ableitet. Streifenfundament unter tragenden Wänden als wirtschaftliche Standardlösung, Einzelfundament unter Stützen, Plattenfundament bei schwierigen Böden, Baugrunduntersuchung vor Planung zwingend erforderlich, Frostschürze mindestens 80 cm unter Gelände sowie Fundamentfehler kaum sanierbar.
Fundamentarten
Streifenfundament häufigste Art im Wohnungsbau, Betonstreifen unter tragenden Wänden, Breite 30 bis 80 cm je nach Last und Boden, Tiefe frostfrei 80 bis 120 cm. Einzelfundament punktuelle Lastableitung unter Stützen Pfeilern, typisch bei Skelettbauten Hallen. Plattenfundament flächige Gründung unter gesamtem Gebäude, bei schlechtem Baugrund oder hohem Grundwasser, teurer aber oft notwendig. Pfahlgründung bei sehr schlechtem Baugrund, Pfähle bis tragfähigen Boden sowie hohe Kosten für Spezialarbeiten.
Baugrunduntersuchung
Bodengutachten als Grundlage unverzichtbar, geotechnischer Bericht durch Sachverständigen, Bohrungen und Sondierungen zur Schichterkundung, Bodenkennwerte Tragfähigkeit Setzungsverhalten, Grundwasserstände, Empfehlung für Gründungsart, Kosten 1500 bis 3000 Euro gut investiert. Bodeneigenschaften beeinflussen Fundamentierung, Fels und Kies sehr gute Tragfähigkeit, Sand und Schluff mittlere, Ton quellfähig besondere Maßnahmen sowie Torf nicht tragfähig Tiefgründung erforderlich.
Frostschutz und Abdichtung
Frostschutz durch ausreichende Einbindetiefe, Frosttiefe Deutschland 80 bis 150 cm, Fundamentsohle muss unterhalb liegen, Frostschürze bei Bodenplatten 80 bis 120 cm. Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit, kapillarbrechende Schicht unter Bodenplatte, Vertikalabdichtung gegen seitliches Wasser, Abdichtung nach DIN 18533, KMB-Beschichtung weit verbreitet sowie weiße Wanne als Alternative.
Statik und Ausführung
Lastermittlung Eigenlasten Nutzlasten Verkehrslasten, Fundamentfläche nach zulässiger Bodenpressung, Bewehrung gegen Biegung bei Stahlbeton, Statiker erstellt Bewehrungspläne. Erdarbeiten Aushub bis Gründungstiefe, Sauberkeitsschicht aus Magerbeton, Betonqualität mindestens C20/25, Verdichtung mit Innenrüttler, Nachbehandlung feucht halten sowie Qualitätskontrolle für dauerhaftes Fundament.
Schäden und Praktisches
Schadenssymptome Risse in Wänden, schiefe Türen, unebene Böden, Sachverständiger hinzuziehen, Ursachenanalyse vor Sanierung. Sanierung aufwendig und teuer, Unterfangung Injektionen Mikropfähle, Kosten fünfstellig und mehr. Für Bauherren Bodengutachten vor Planung, Tragwerksplaner beauftragen, Bauüberwachung, Fotodokumentation. Beim Kauf Kellerfeuchte als Warnsignal, Risse untersuchen, Bauakte einsehen sowie Risiken erkennen vor Entscheidung.
Siehe auch: Statik , Bodenplatte , Abdichtung