Statik bezeichnet das Teilgebiet der Bauphysik zur Berechnung und Bemessung von Tragwerken hinsichtlich Standsicherheit. Untersucht wie Kräfte und Lasten auf tragende Bauteile wirken und in den Baugrund abgeleitet werden. Für Neubau, Umbau und Sanierung essentiell. Bei fast allen Bauvorhaben gesetzlich vorgeschrieben.
Lastarten und Systeme
Eigenlasten als Gewicht der Bauteile wie Decken, Wände, Dach. Verkehrslasten nutzungsbedingt durch Möbel, Personen, circa 150 kg/qm Wohnräume. Schneelasten auf Dächern, Windlasten durch Druck und Sog, Erdlasten auf Keller und Fundamente. Tragende Konstruktionen als Einfeld-/Mehrfeldträger, Rahmen, Wandscheiben oder Fachwerk.
Rechtliche Anforderungen
Standsicherheit Grundanforderung nach Landesbauordnungen. Bei genehmigungspflichtigen Vorhaben statischer Nachweis einzureichen. Berechnung nach DIN-Normen und Eurocodes. Tragwerksplaner muss bauvorlageberechtigter Ingenieur sein mit Berufshaftpflicht. Bei anspruchsvollen Projekten Prüfung durch Prüfingenieur.
Kosten
Einfamilienhaus-Statik 3.000-5.000 Euro. Einzelnachweis Wanddurchbruch 500-1.200 Euro. Prüfstatik zusätzlich 20-40 Prozent des Statiker-Honorars. HOAI-Werte seit 2021 nur noch Orientierung. Kompletter Wanddurchbruch mit Berechnung, Stahlträger und Einbau circa 3.000-6.000 Euro gesamt.
Typische Probleme
Neubau: Unterbemessene Träger, Ausführungsfehler, Planungsabweichungen. Bestandsgebäude: Setzungsrisse, Materialermüdung, Überlastung durch geänderte Nutzung. Erkennungsmerkmale: Diagonale Risse bei Setzung, horizontale bei Überlastung, durchhängende Decken, sichtbare Verformungen.
Beim Immobilienkauf
Prüfung bei sichtbaren Rissen, unbekannten Umbauten, Altbauten vor 1950, Holzbalkendecken, geplanten Umbaumaßnahmen. Begehung mit Gutachten 500-1.500 Euro. Statische Mängel haben erheblichen Einfluss auf Immobilienwert: Fundamentschäden 15-30 Prozent Wertverlust, Schwamm-/Fäulnisbefall 20.000-80.000 Euro Sanierung.
Siehe auch: Baugenehmigung , Tragwerk