Unterputz bezeichnet eine Verlegeart, bei der elektrische Leitungen, Wasserleitungen und Heizungsrohre in Wandschlitze eingelassen und überputzt werden. Im Gegensatz zur Aufputz-Installation verschwinden alle Leitungen hinter der Wandoberfläche - sichtbar sind nur Schalter und Steckdosen.
Installationszonen nach DIN 18015
Erlaubte Bereiche für Schlitze: waagerecht 30 cm unter Decke und über Fußboden, senkrecht 15 cm neben Raumecken, Türen und Fenstern. Diagonale Verlegung verboten. Bei tragenden Wänden: Längsschlitze max. 1/3 Wandstärke, Querschlitze meist verboten oder nur mit Statiknachweis.
Ausführung
Schlitzfräsen mit Mauernutfräse (sauber, staubarm) oder Stemmen (bei kleinen Mengen). Leitungen mit Schellen fixieren, mind. 15 mm Putzüberdeckung. Unterputzdosen mit Dosenfräse (68 mm Durchmesser) setzen. Vor Verschließen Prüfung durch Fachkraft, Dokumentation mit Fotos.
Vor- und Nachteile
Vorteile: ästhetisches Erscheinungsbild, Schutz der Leitungen, geringere Verschmutzung, höherer Wiederverkaufswert. Nachteile: 50-100% höhere Kosten, Statik beeinträchtigt bei tragenden Wänden, Nachinstallation aufwändig, Fehlersuche schwierig.
Kosten
Elektroinstallation Unterputz: 80-120 Euro/m² Wohnfläche (Neubau), 100-180 Euro/m² (Altbau). Aufputz-Alternative: 50-80 Euro/m². Mehrkosten etwa 3.000-6.000 Euro bei 100 m² Wohnung, aber Wertsteigerung durch moderne Installation.
Empfehlung
Unterputz wählen bei Neubau/Kernsanierung, hohen ästhetischen Ansprüchen, ausreichendem Budget. Aufputz wählen bei Altbau mit erhaltenswerten Wänden, tragenden Massivwänden, knappem Budget oder geplanten häufigen Änderungen.
Siehe auch: Aufputz , Elektroinstallation , Sanitärinstallation