Zins ist das Entgelt für die Nutzung geliehenen Kapitals, ausgedrückt in Prozent pro Jahr. Für Baufinanzierungen entscheidend, da er monatliche Belastung bestimmt und Gesamtkosten maßgeblich beeinflusst.
Zinsarten
Sollzins: Reiner Zinssatz auf das Darlehen (früher Nominalzins). Effektivzins (§ 6 PAngV): Enthält zusätzlich Disagio, Auszahlungskurs, tilgungsfreie Anlaufjahre - dient dem Kreditvergleich, gesetzlich anzugeben. Unterschied: Typisch 0,1-0,5 Prozentpunkte, Vergleichbarkeit nur über Effektivzins.
Zinsberechnung
Jährliche Zinslast: Restschuld × Zinssatz/100. Beispiel: 200.000€ bei 3% = 6.000€/Jahr (500€/Monat im 1. Jahr). Bei Annuitätendarlehen: Konstante Rate, anfangs hoher Zinsanteil (70-90%), steigender Tilgungsanteil bei sinkender Restschuld.
Zinsbindung
Sollzinsbindung: Zinssatz fest für 5/10/15/20/30 Jahre. Planungssicherheit, Aufschlag 0,1-0,3% pro 5 Jahre längerer Bindung. Variable Verzinsung: EURIBOR Marge, Anpassung vierteljährlich. Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren (§ 489 BGB).
Zinseinflüsse
EZB-Leitzins: Beeinflusst alle Bauzinsen (zeitlicher Verzug 3-6 Monate). Bonität: SCHUFA >95% beste Konditionen, >20% Eigenkapital -0,2-0,5%, Beleihungsauslauf <60% günstigst. Beamte: 0,1-0,2% Rabatt.
Sonderzinsen
Bereitstellungszinsen: 0,15-0,25%/Monat auf nicht abgerufene Summe nach bereitstellungsfreier Zeit. Verzugszinsen: Basiszins 5% (Verbraucher) bei verspäteter Rate.
Siehe auch: Zinsbindung , Effektivzins , Annuitätendarlehen